Warum steigt der US-Aktienmarkt heute?

Starke Jobdaten beruhigen Rezessionsängste
Der JOLTS-Bericht für Mai zeigte 7,594 Millionen offene Stellen in den USA, deutlich mehr als die prognostizierten 7,3 Millionen. Die Zahl der Kündigungen stieg auf 3,065 Millionen, während die Entlassungsrate stabil bei 1,1 Prozent blieb. Ein robuster Arbeitsmarkt signalisiert eine gesunde Konjunktur und dämpft Befürchtungen vor einer Rezession. Anleger schichteten daraufhin verstärkt in wachstumsabhängige zyklische Sektoren wie Technologie, Industrie und Rohstoffe um. Gleichzeitig haben Händler Zinssenkungen der US-Notenbank Fed für 2026 weitgehend aus ihren Erwartungen gestrichen, da ein starker Arbeitsmarkt der Fed weniger Spielraum für Lockerungen lässt.
US-Iran-Waffenruhe stabilisiert Ölpreise
Am Wochenende hatten sich die USA und der Iran gegenseitig mit Raketenangriffen überzogen. Besonders kritisch war die zeitweise Blockade der Straße von Hormuz, durch die ein Großteil des weltweiten Öls transportiert wird. Am 29. Juni vereinbarten beide Seiten einen vorläufigen Waffenstillstand, der den freien Schiffsverkehr wieder ermöglichte. Die Entspannung verhinderte einen Ölpreisanstieg, der sonst Inflation angeheizt und die Margen von Verbrauchern, Fluggesellschaften und Herstellern belastet hätte. Offene Fragen bleiben, wann die diplomatischen Gespräche zwischen beiden Seiten fortgesetzt werden.
Halbleiter auf Rekordhoch im S&P 500
Chip- und KI-Aktien legten kräftig zu, da Sorgen um eine Überbewertung im KI-Sektor vorerst nachließen. Halbleiteraktien machen mittlerweile einen Rekordanteil von 19,7 Prozent am S&P 500 aus, fast viermal so viel wie noch 2020. Der Aufschwung erfasste nicht nur Schwergewichte, sondern breitete sich auch auf kleinere Unternehmen aus. Der Russell 2000 stieg parallel zum Nasdaq, was Marktbeobachter als gesundes Zeichen für eine breite Rallye werten.
Indexstände und Sektorentwicklung im Überblick
Die wichtigsten US-Indizes schlossen mit folgenden Gewinnen:
- S&P 500: plus 0,72 Prozent auf 7.493 Punkte
- Nasdaq Composite: plus 1,35 Prozent
- Dow Jones Industrial Average: plus 0,35 Prozent
- Russell 2000: plus 0,50 Prozent
Auf Sektorebene führte Technologie mit einem Plus von 1,95 Prozent, gefolgt von Industrie mit 1,33 Prozent und Rohstoffen mit 0,71 Prozent. Zu den Verlierern zählten Immobilien mit minus 1,16 Prozent, Konsumgüter des täglichen Bedarfs mit minus 1,04 Prozent und Gesundheit mit minus 0,72 Prozent. Höhere Zinsen belasten dividendenstarke Sektoren wie Versorger, die 0,34 Prozent verloren.
Einzelwerte und Ausblick
AMD legte rund 7 Prozent zu, auch Intel profitierte vom Halbleiter-Aufschwung. AeroVironment stieg nach Rekordergebnissen um 15,6 Prozent. Auf der Verliererseite fiel Strategy um 7,53 Prozent, parallel zu einem Rückgang des Bitcoin-Kurses Richtung 58.000 US-Dollar. Für die weitere Marktentwicklung ist technisch ein Tagesschluss des S&P 500 über 7.550 Punkten entscheidend, um Momentum Richtung des Rekordhochs bei rund 7.623 Punkten aufzubauen. Wichtige Daten liefern der Jobbericht für Juni am 2. Juli sowie die Inflationszahlen für Juni Mitte Juli, die den Zinskurs der Fed maßgeblich beeinflussen werden.



