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XRP Ledger Sandwich-Angriff: Ex-Ripple-CTO schlägt Lösung vor

Was ist ein Sandwich-Angriff auf dem XRP Ledger?

Ausgangspunkt der Debatte war ein Beitrag auf X, in dem behauptet wurde, Validatoren und gut vernetzte Nodes könnten sich durch das frühzeitige Beobachten ausstehender Transaktionen einen Zeitvorteil verschaffen. Die Transaktionsreihenfolge im XRP Ledger basiert auf einer deterministischen Formel, die Transaktions-Hashes einbezieht. Diese Formel ist öffentlich zugänglich. Angreifer können damit Transaktionen gezielt vor einem Zielauftrag im XRP Ledger DEX oder AMM platzieren, was zu erhöhtem Slippage für normale Nutzer führt. Besondere Sorge besteht für Trader, die populäre Wallets und dezentrale Anwendungen nutzen.

Schwartz: Koordinierter Angriff wäre sofort sichtbar

Schwartz widersprach der Einschätzung, dass Validatoren einen entscheidenden Vorteil hätten. Er verwies auf mehrere dämpfende Faktoren. Erstens sind ausstehende Transaktionen für alle Teilnehmer gleichermaßen öffentlich sichtbar, bevor ein Ledger geschlossen wird. Kein einzelner Akteur verfügt über exklusiven Frühzugang. Zweitens gewinnt ein einzelner Validator durch seine Position keinen wesentlichen Vorteil.

Eine Koordination mehrerer Validatoren würde laut Schwartz klare Spuren hinterlassen, da Validatoren alle Vorschläge und Bestätigungen signieren müssen. Er schrieb dazu: „Running a validator does not help you do this unless multiple validators conspire. If multiple validators did conspire, or a single validator attempted it, it would be very obvious to everyone exactly who was doing this and that validator would be immediately removed from everyone’s trust lists.“ Darüber hinaus seien bislang keine bestätigten Angriffe jenseits von Proof-of-Concept-Tests gemeldet worden. Die wirtschaftliche Hürde ist ebenfalls erheblich: Profitable Angriffe erfordern gleichzeitig hohe Liquidität zur Rechtfertigung des Aufwands und niedrige Liquidität zur Kursbewegung, was selten zusammenfällt.

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Zweistufiges Reservierungsschema als Lösung

Für Trader, die zusätzliche Sicherheit wünschen, stellte Schwartz ein Reservierungsverfahren vor. Es funktioniert in zwei Schritten:

  • Der Nutzer sendet zunächst eine Reservierung, die eine zukünftige Ledger-Sequenznummer, eine Transaktions-ID und eine kleine Gebühr enthält.
  • Wird diese Reservierung bestätigt, wird der eigentliche Handel vor jeder Transaktion ausgeführt, die nach der Veröffentlichung der Reservierung eingereicht wurde.

Der Ansatz erfordert zwei Einreichungen pro geschütztem Handel. Schwartz betonte, dass diese Methode bestehende XRP Ledger Datenschutzvorschläge ergänzt, da sie Front-Running auf der Ausführungsebene angeht, nicht nur auf der Datenschicht.

Einordnung und Ausblick

Das Thema ist relevant, weil Fairness beim Handel eine zentrale Voraussetzung für die breitere Akzeptanz dezentraler Börsen ist. Sandwich-Angriffe, bei denen ein Angreifer eine Transaktion eines Nutzers zwischen zwei eigene Aufträge einschließt, sind aus dem Ethereum-Ökosystem bekannt und gelten dort als ernstes Problem. Die öffentliche Diskussion um das XRP Ledger zeigt, dass auch andere Protokolle diese Schwachstellen aktiv adressieren müssen. XRP wird derzeit deutlich unterhalb seines Allzeithochs gehandelt. Ob Verbesserungen wie das vorgeschlagene Reservierungsschema die langfristige Akzeptanz stärken können, bleibt abzuwarten.

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