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Anthropic verdreifachte seine Lobbyingausgaben auf 3,53 Millionen Dollar in sechs Monaten

Anthropic überholt OpenAI bei Lobbyausgaben

Wie die Financial Times berichtete, steigerte Anthropic seine Lobbyausgaben auf 3,53 Millionen US-Dollar. Allein im zweiten Quartal entfielen davon 1,97 Millionen Dollar auf das Unternehmen, der höchste Quartalswert seit dem Einstieg in die Lobbyarbeit im März 2024. Neu hinzugekommen ist in diesem Quartal auch das US-Finanzministerium als lobbyierte Behörde. OpenAI verdoppelte seine eigenen Ausgaben auf ein Rekordniveau von 2,22 Millionen Dollar im ersten Halbjahr, davon 1,2 Millionen im zweiten Quartal.

Bemerkenswert ist, dass Anthropic, OpenAI und Nvidia vor vier Jahren noch über keinerlei Bundeslobbyisten verfügten. Der rasche Aufbau politischer Netzwerke zeigt, wie stark sich die Branche in kurzer Zeit verändert hat. Im Mittelpunkt der Lobbyagenda stehen laut Berichten Regulierungsfragen zu neuen Modellveröffentlichungen sowie Themen wie Rechenzentrumsinfrastruktur und Energieversorgung.

324 Lobbyisten für sechs Unternehmen

Die Nichtregierungsorganisation Issue One hat die Gesamtausgaben von elf großen Technologie-, Social-Media- und KI-Unternehmen sowie deren Branchenverbände erfasst. Demnach wurden im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 41 Millionen US-Dollar für Lobbying ausgegeben. Das entspricht mehr als 226.000 Dollar pro Tag und einem Anstieg von acht Prozent gegenüber den 38 Millionen Dollar im gleichen Zeitraum 2025.

Im zweiten Quartal allein beschäftigten sechs der gezählten Unternehmen zusammen 324 Lobbyisten. Zu dieser Gruppe zählen Alphabet, Anthropic, Meta, Microsoft, Nvidia und OpenAI. Das entspricht rechnerisch etwa einem Lobbyisten für je 1,5 Mitglieder des US-Kongresses. Beim Quartalsvergleich führte Meta die Ausgabenliste mit fast 6 Millionen Dollar an. Alphabet folgte mit 5,3 Millionen, Microsoft mit rund 3 Millionen und Nvidia mit 1,25 Millionen Dollar.

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Regulierung abwehren statt gestalten

Kritiker ordnen die Ausgabenoffensive eindeutig ein. Amba Kak, Co-Geschäftsführerin des AI Now Institute, kommentierte: „Die Lobbying-Offensive war ebenso darauf ausgerichtet, Regulierung abzuwehren, wie darauf, für eine positive staatliche Industriepolitik zugunsten der Branche einzutreten.“ Die Aussage verdeutlicht, dass es den Unternehmen nicht nur um Förderung, sondern auch um Schutz vor Einschränkungen geht.

Auch Vorhersagemarktbetreiber weiten Lobbyarbeit aus

Die steigende Lobbytätigkeit beschränkt sich nicht auf KI-Unternehmen. Auch Betreiber von Vorhersagemärkten sind aktiver geworden. Der Plattformbetreiber Kalshi gab im ersten Halbjahr 2026 rund 990.000 Dollar für direkte Lobbyarbeit aus. Inklusive externer Kanzleien erreichte das Gesamtvolumen knapp 1,8 Millionen Dollar. Konkurrent Polymarket unterhält nach Angaben der Quellen einen kleineren Fußabdruck in Washington.

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