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Goldpreisprognose für Juli 2026

Fünf Faktoren belasten das Edelmetall

Ausgangspunkt des Rückgangs war die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran seit Ende Februar. Die dadurch ausgelösten höheren Energiepreise trieben die US-Inflation im Juni auf 4,2 Prozent, den höchsten Wert seit drei Jahren. Das veränderte die Erwartungen an die US-Notenbank Federal Reserve grundlegend. Laut CME-FedWatch-Daten preisen Händler aktuell eine Wahrscheinlichkeit von 47,1 Prozent für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September ein. Weitere 11,1 Prozent erwarten sogar eine Anhebung um 50 Basispunkte, sodass die Gesamtwahrscheinlichkeit für eine Straffung bei rund 58 Prozent liegt. Da Gold keine Rendite abwirft, steigen mit den Zinserhöhungserwartungen die Opportunitätskosten des Haltens.

Hinzu kommen weitere Belastungsfaktoren. Der Iran-Konflikt stärkte den US-Dollar, der traditionell invers zu Gold tendiert. Gleichzeitig schmilzt die Risikoprämie, die in das Januarhoch eingepreist war, angesichts von Fortschritten bei einem möglichen US-Iran-Friedensabkommen. Auch ETF-Investoren ziehen sich zurück: Laut dem World Gold Council flossen im Mai 16 Tonnen aus Gold-ETFs ab, mit anhaltenden Rücknahmen im Juni. Rund 298 Tonnen ETF-Gold befinden sich derzeit mit fast 4.000 Dollar je Einheit im Minus, was Kursanstiege zusätzlich deckelt. Als fünfter Faktor wirkt die Rotation von Anlegerkapital zurück in Technologieaktien, die Gold weitere Mittel entzieht.

Nicht alle Signale zeigen jedoch nach unten. Zentralbanken kauften im ersten Quartal 2026 netto 244 Tonnen Gold, ein Wert oberhalb des Fünfjahresdurchschnitts. Fed-Chef Kevin Warsh signalisierte nach schwachen Junidaten vom Arbeitsmarkt keine Eile bei Zinserhöhungen. JPMorgan sieht den Goldpreis bis zum vierten Quartal bei 4.500 Dollar, Goldman Sachs sogar bei 4.900 Dollar bis Jahresende.

Technische Analyse: Kopf-Schulter-Muster als Warnsignal

Der Wochenchart zeigt seit dem Januarhoch eine Abfolge tieferer Hochs und tieferer Tiefs. Dieses Muster bildete eine klassische Kopf-Schulter-Formation. Die linke Schulter lag im Oktober 2025 bei rund 4.500 Dollar, der Kopf markiert das Allzeithoch von 5.598 Dollar, die rechte Schulter topte im April bei rund 4.850 Dollar. Die Nackenlinie dieser Formation verläuft nahe 4.200 Dollar. Ein entschiedener Wochenschlusskurs darunter würde das Kursziel auf einen Bereich zwischen 2.575 und 2.750 Dollar aktivieren, rund 35 Prozent unter dem aktuellen Niveau. Eine wichtige Zwischenunterstützung liegt bei 3.300 bis 3.400 Dollar, wo sich Gold 2025 über vier Monate hinweg konsolidiert hatte.

Siehe auch  Goldman Sachs senkt Goldpreisprognose für 2026

Entscheidende Marken im Juli

Auf dem Tageschart bewegt sich Gold seit dem Allzeithoch in einem fallenden Parallelkanal. Die Kanalmitte bei rund 4.141 Dollar fungiert derzeit als temporäre Unterstützung, hat aber bereits zweimal versagt. Der Widerstandsbereich zwischen 4.300 und 4.400 Dollar wechselte von einer Unterstützungszone zur Widerstandszone und wies den Erholungsversuch Mitte Juni zurück. Zwei Katalysatoren könnten die Richtung im Juli entscheiden: die Veröffentlichung des Fed-Sitzungsprotokolls vom Juni sowie ein möglicher unterzeichneter US-Iran-Deal, der die Energiepreise und damit die Inflationserwartungen beeinflussen würde. Ein Tagesschlusskurs oberhalb von 4.400 Dollar würde die bärische Struktur infrage stellen. Ein Wochenschlusskurs unterhalb der Nackenlinie bei 4.200 Dollar hingegen würde das Kopf-Schulter-Ziel nahe 2.575 Dollar aktivieren.

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