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Kevin Warsh entfacht Risikoappetit neu: Gold steigt, Bitcoin zurück über 60.000 Dollar

Warsh dämpft Zinserhöhungsängste

Warsh sprach auf einer Podiumsdiskussion in Sintra, seinem ersten internationalen Auftritt als Fed-Vorsitzender. Der langjährige Inflationshawk saß bereits während der Finanzkrise 2008 im Fed-Direktorium und trat 2011 über ein 600-Milliarden-Dollar-Anleihekaufprogramm zurück. Seine Worte haben daher besonderes Gewicht. Die US-Verbraucherpreise stiegen zuletzt im Jahresvergleich bis Mai um 4,2 Prozent, den stärksten Anstieg seit 2023, angetrieben durch den Anstieg der Ölpreise infolge des Krieges mit dem Iran. Die Fed hatte daraufhin die Zinsen im Juni bei 3,5 bis 3,75 Prozent belassen und eine mögliche Erhöhung signalisiert.

In Sintra räumte Warsh nun ein: Inflation risks have come down.“ Gleichzeitig betonte er, die Arbeit sei noch nicht abgeschlossen: „We’re all in the price stability business. We’ve all looked around and we’ve seen that prices are too high.“ Einen Hinweis auf eine baldige Zinssenkung gab er nicht. Zum Thema Künstliche Intelligenz zeigte er sich offen, ohne konkrete Schlüsse zu ziehen. Auf die Frage, ob der KI-Boom inflationär sei, antwortete er schlicht: „I’m not going to make a judgment now.“ Damit grenzte er sich von einigen Fed-Kollegen ab, die im KI-getriebenen Ausgabenboom ein Inflationsrisiko sehen.

Bitcoin und Gold erholen sich deutlich

Bitcoin handelte nach den Äußerungen bei rund 60.088 US-Dollar, ein Plus von etwa 2,8 Prozent innerhalb von 24 Stunden. Die Marktkapitalisierung kletterte damit wieder über 1,2 Billionen US-Dollar. Ethereum stieg um etwa 3,3 Prozent auf rund 1.619 US-Dollar. Die Erholung kommt nach einem schwierigen Monat: Bitcoin war vergangene Woche auf sein 2026-Tief von etwa 58.000 US-Dollar gefallen, nachdem die heißen Inflationsdaten im Mai Liquidationen in Höhe von 1,26 Milliarden US-Dollar ausgelöst hatten. Gegenüber dem Stand vor einem Monat notiert Bitcoin noch immer rund 16 Prozent im Minus.

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Gold erholte sich auf ein Tageshoch von 4.115 US-Dollar, nachdem es zu Wochenbeginn auf Mehrmonatstiefstiefe gefallen war. Silber legte um rund 6 Prozent zu. Innerhalb von sechs Stunden wurden dem Edelmetallmarkt nach Marktdaten Werte von mehr als 1,25 Billionen US-Dollar zugeführt. Allein Gold gewann dabei rund 1,05 Billionen US-Dollar an Marktkapitalisierung hinzu.

Anleihemarkt bleibt skeptisch

Der Rentenmarkt teilte die Risikofreude nicht vollständig. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg auf rund 4,46 Prozent. Steigende Renditen signalisieren, dass Anleger mit länger anhaltend höheren Zinsen rechnen, was dem gleichzeitigen Kursanstieg bei Bitcoin und Gold entgegensteht. Warsh hatte zwar die Inflationsrisiken relativiert, aber klar gemacht, dass die Preise noch zu hoch seien und keine Zinssenkung im Juli bevorstehe. Ob die Erholung bei Krypto und Edelmetallen Bestand hat, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen. Der US-Arbeitsmarktbericht sowie die nächste Fed-Sitzung in rund vier Wochen gelten als nächste wichtige Wegmarken.

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