MicroStrategys Saylor: Ein größerer Bösewicht als FTX-Gründer Bankman-Fried?

Schiffs Warnung: Strategy gefährlicher als FTX
Schiff begründete seine Einschätzung mit dem schieren Ausmaß von Strategys Bitcoin-Engagement. Das Unternehmen hält nach aktuellen Angaben mehr als 843.000 Bitcoin, was rund 76 Prozent aller Bitcoin entspricht, die sich in den Bilanzen börsennotierter Unternehmen befinden. Zum Vergleich: Der Zusammenbruch von FTX hatte zwar Milliarden an Kundengeldern vernichtet und einen breiten Marktabsturz ausgelöst, Strategys Exposure gilt jedoch als deutlich größer und direkter. Schiff schrieb auf X, wer Saylor öffentlich gedeckt habe, werde sich „viel erklären müssen“.
Wachsender finanzieller Druck auf Strategy
Das Unternehmen steht im Jahr 2026 unter erheblichem Druck. Bitcoin hat sich weit von seinen früheren Höchstständen entfernt, was Strategy aufgelaufene unrealisierte Verluste von rund 14 Milliarden US-Dollar eingebracht hat. Hinzu kommen rechtliche Risiken: Die Rosen Law Firm prüft, ob Führungskräfte des Unternehmens in Zusammenhang mit fünf verknüpften Wertpapieren irreführende Aussagen gemacht haben.
Besonders besorgniserregend ist aus Sicht von Analysten die Lage bei den Vorzugsaktien. Das Deckungsfenster hat sich nach Angaben von Marktbeobachtern von ehemals mehr als sieben Jahren auf rund 14 Monate verkürzt. Angesichts des schuldenintensiven Geschäftsmodells fragen sich einige Analysten, ob Strategy einen längeren Abschwung überstehen kann.
Saylor verteidigt die Strategie
Michael Saylor selbst hat die Kritik zurückgewiesen. Er argumentiert, dass ein Liquidationsrisiko erst dann entstehe, wenn Bitcoin auf 8.000 US-Dollar falle, und hat zugesagt, Schulden zu refinanzieren, anstatt Bitcoin zu verkaufen. Diese Aussagen haben die Kritiker jedoch nicht beschwichtigt, die auf die zunehmend engen finanziellen Spielräume hinweisen. Schiff hatte nach eigenen Angaben bereits Monate zuvor vor einer Abwärtsspirale in der Vorzugsaktienstruktur von Strategy gewarnt. Auch der Milliardär Jeremy Grantham hat sich mit scharfen Worten zu Bitcoin geäußert und die Kryptowährung als spekulative Blase ohne fundamentalen Anker bezeichnet.
Schiff zweifelt am Proof-of-Work-Argument
Parallel dazu hat Schiff eine in der Sendung „Squawk Box“ auf CNBC vorgebrachte These angegriffen, wonach Bitcoin seinen Wert aus dem sogenannten Proof-of-Work-Verfahren ableite. Schiff bezeichnete dieses Argument als logischen Fehlschluss und erklärte, bloßer Aufwand erzeuge keinen Wert. Er zog einen Vergleich zum Goldabbau: Goldminen lieferten ein physisches Gut mit direkten industriellen und kommerziellen Anwendungsmöglichkeiten. Bitcoin-Mining hingegen produziere nichts Greifbares. Auf X schrieb er, wer beweise, ein Loch gegraben und mit derselben Erde wieder aufgefüllt zu haben, habe damit keinen Wert geschaffen.
Die Debatte rund um Strategy und Michael Saylor dürfte die Kryptomärkte weiter beschäftigen. Ob Schiffs Vergleich mit Sam Bankman-Fried berechtigt ist, wird maßgeblich davon abhängen, wie sich der Bitcoin-Kurs und die Finanzlage des Unternehmens in den kommenden Monaten entwickeln.



