Milliardär Grantham verwendet extreme Worte für Bitcoin

Drei Kernkritikpunkte an Bitcoin
Grantham stützt seine Ablehnung auf drei grundlegende Schwächen, die er in Bitcoin sieht. Erstens zahlt Bitcoin keine Rendite. Zweitens besitzt die Kryptowährung keinen stabilen Wert. Drittens scheitert sie als alltagstaugliche Währung. Ohne Dividenden oder Cashflows fehle Spekulanten jede Grundlage, einen fairen Preis zu bestimmen. Reguläre Nutzer könnten Bitcoin nicht im Supermarkt einsetzen, und seriöse Investoren wickelten größere Transaktionen ebenfalls nicht damit ab, argumentierte er.
Scharfe Kritik am Proof-of-Work-Mechanismus
Besonders hart ins Gericht geht Grantham mit dem technischen Fundament von Bitcoin, dem sogenannten Proof-of-Work-Verfahren. Die enorme Energiemenge, die zur Validierung von Transaktionen aufgewendet wird, bringe der Gesellschaft keinen wirtschaftlichen Nutzen. In seinen eigenen Worten: „Proof of unnecessary work shouldn’t be worth a bucket of warm spit, and it will not be.“ Damit stellt er den gesamten Validierungsmechanismus als verschwenderisch und wertlos dar.
Ein Mahner mit nachgewiesener Erfolgsbilanz
Granthams Aussagen erhalten besonderes Gewicht durch seine Erfolgsbilanz als Marktstratege. Er warnte frühzeitig vor der Dotcom-Blase und vor dem Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes 2008. Zuletzt erstreckte er seine Blasenwarnung auf US-Aktien, wo er einen möglichen Rückgang von bis zu 70 Prozent sieht. Allerdings ist sein Timing nicht immer präzise. Sein Aufruf zur „epischen Blase“ an den US-Aktienmärkten im Jahr 2021 kam zu früh, da die Kurse noch weiter stiegen, bevor es 2022 zur Korrektur kam.
Aktuelle Marktlage bei Bitcoin
Granthams Kommentare fallen in eine Phase deutlicher Marktschwäche. Bitcoin notiert aktuell bei rund 60.500 US-Dollar und damit deutlich unter dem Höchststand von über 126.000 US-Dollar, der Ende 2025 erreicht wurde. Gleichzeitig verzeichneten US-amerikanische Spot-Bitcoin-ETFs innerhalb von 30 Tagen bis Mitte Juni Abflüsse von 6,35 Milliarden US-Dollar. Das deutet auf eine nachlassende institutionelle Nachfrage hin. Grantham selbst erwartet keinen plötzlichen Kollaps, sondern einen graduellen Rückgang über Jahre oder sogar Jahrzehnte.
Kein Einzelfall unter bekannten Bitcoin-Skeptikern
Mit seiner Haltung steht Grantham nicht allein. Auch der bekannte Goldbulle Peter Schiff vertritt seit Jahren die Position, dass Bitcoin über keinen inneren Wert verfüge, und argumentiert ähnlich wie der GMO-Mitgründer. Ob Bitcoin im dritten Quartal 2026 entscheidende Kursmarken verteidigen kann, wird zeigen, welches Lager mit seiner Einschätzung richtig liegt.



