Ökonomen sehen geringeres Rezessionsrisiko: Wird die Fed die Zinsen weiter anheben?

Ökonomen senken Rezessionsrisiko auf Jahrestief
Die Umfrage wurde zwischen dem 2. und 7. Juli durchgeführt. Die befragten Ökonomen reduzierten die Rezessionswahrscheinlichkeit von zuvor 33 Prozent auf nun 25 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit Anfang 2025. Auch die Einschätzungen zum Arbeitsmarkt verbesserten sich. Die Arbeitslosenquote wird für Dezember bei 4,3 Prozent erwartet. Das Wirtschaftswachstum für das laufende Jahr wird mit 2,1 Prozent prognostiziert, nach 2,0 Prozent in der April-Umfrage.
Die Inflation bleibt jedoch ein zentrales Problem. Ökonomen rechnen damit, dass die Verbraucherpreise bis Dezember um 3,4 Prozent steigen werden, verglichen mit einer April-Prognose von 3,2 Prozent. Der von der Fed besonders beobachtete Core-PCE-Preisindex wird auf 3,2 Prozent geschätzt. Robert Fry, ein unabhängiger Wirtschaftsberater aus Delaware, kommentierte die Lage so: „Wir lernen, dass die Wirtschaft mehr Dynamik hat: Sie wächst weiter mit 2 Prozent, egal was man ihr entgegenwirft, und die Inflation bleibt erhöht.“
Zinspolitik der Fed bleibt unsicher
Die Protokolle der Fed-Sitzung vom Juni verdeutlichen die interne Uneinigkeit. Die Notenbanker stimmten zwar einstimmig dafür, die Zinsen unverändert zu lassen, doch der Ausblick ist gespalten. Neun von 18 Währungshütern gehen von mindestens einer Zinserhöhung bis Ende 2026 aus. Mehrere Mitglieder wiesen zudem auf Inflationsrisiken hin, die mit den hohen Ausgaben im Bereich Künstliche Intelligenz zusammenhängen. Das nächste Treffen des Federal Open Market Committee ist für den 28. und 29. Juli geplant.
An den Terminmärkten spiegelt sich diese Unsicherheit wider. Laut CME FedWatch stieg die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung auf der Juli-Sitzung auf 34,2 Prozent, gegenüber 18,2 Prozent eine Woche zuvor. Beobachter führen diesen Anstieg unter anderem auf neu aufgeflammte Spannungen zwischen den USA und dem Iran zurück.
Auswirkungen auf Bitcoin und Kryptomärkte
Für den Kryptomarkt sind die Zinssignale von erheblicher Bedeutung. Niedrige Zinsen mindern die Attraktivität von Anleihen und Tagesgeld, was Kapital in risikoreichere Anlageklassen wie Aktien und Kryptowährungen lenkt. Eine länger anhaltende Hochzinsphase wirkt hingegen in die entgegengesetzte Richtung. Investoren schichten Kapital aus volatilen Anlagen ab, sobald sichere Alternativen höhere Renditen bieten. Bitcoin gilt dabei als besonders sensibel gegenüber solchen Kapitalrotationen.
Eine Zinssenkung der Fed, auf die viele Marktteilnehmer in der zweiten Jahreshälfte gehofft hatten, erscheint angesichts der anhaltend hohen Inflation unwahrscheinlich. Um die Risikobereitschaft am Markt wieder zu beleben, müssen die Inflationsdaten zunächst spürbar nachgeben.



