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Trump nennt Aktienrückkäufe unehrlich: MicroStrategys Bitcoin-Modell zeigt einen anderen Weg zur Wertsteigerung

Trumps Kritik an Aktienrückkäufen

Trump hat seinen Druck auf Rüstungsunternehmen zuletzt verschärft. Bereits im Januar unterzeichnete er eine Verfügung, die leistungsschwachen Auftragnehmern Rückkäufe und Dividenden untersagt, bis die Produktion verbessert wird. Betroffen sind unter anderem große Konzerne wie Lockheed Martin, Northrop Grumman und RTX. Trumps Argument ist dabei klar: Rückkäufe treiben Aktienkurse in die Höhe, ohne reale Kapazitäten zu schaffen. Das Geld solle stattdessen in Anlagen, Ausrüstung und schnellere Produktion fließen. In dieser Woche bekräftigte er seine Position erneut und bezeichnete Rückkäufe öffentlich als „fake way to raise a price“.

Das MicroStrategy-Modell als Gegenentwurf

MicroStrategy, das Unternehmen heute unter dem Namen Strategy bekannt, verfolgt den entgegengesetzten Ansatz. Es kauft keine eigenen Aktien zurück, sondern gibt neue Aktien und Vorzugsaktien aus und verwendet den Erlös zum Kauf von Bitcoin. Mit dieser Strategie hat das Unternehmen einen Bestand von mehr als 845.000 Bitcoin aufgebaut, den größten unter allen börsennotierten Unternehmen weltweit. Das entspricht mehr als vier Prozent aller je in Umlauf gebrachten Bitcoin. Unternehmenschef Michael Saylor beschreibt jede neue Kapitalrunde als Möglichkeit, den Bitcoin-Bestand je Aktie zu erhöhen. Daneben hat MicroStrategy in diesem Jahr auch eigene Wandelanleihen mit Abschlag zurückgekauft, um die Schuldenlast zu reduzieren.

Das Schwungrad und seine Grenzen

Das Modell funktioniert nach dem Prinzip eines Schwungrads. MicroStrategy gibt Aktien über dem Wert seiner Bitcoin-Bestände aus, kauft weitere Bitcoin und steigert so den Bestand je Aktie. Das kann einen Aufschlag gegenüber dem Nettoinventarwert rechtfertigen. Doch dieser Aufschlag hat sich im Jahr 2026 deutlich verringert. Mit Bitcoin bei rund 64.360 US-Dollar liegt der Bestandswert nahe am durchschnittlichen Einkaufspreis des Unternehmens. Der Aktienkurs von MicroStrategy ist in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als die Hälfte gefallen, und der Börsenwert hat sich auf rund 40 Milliarden US-Dollar reduziert.

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Wertschöpfung oder Kurspflege?

Beide Modelle, Rückkäufe wie die Bitcoin-Strategie, stehen vor derselben Grundfrage: Entsteht echter Unternehmenswert, oder wird lediglich der Aktienkurs beeinflusst? Für MicroStrategy hängt die Antwort maßgeblich davon ab, ob Bitcoin wieder über den durchschnittlichen Einstandspreis steigt und damit den Aufschlag gegenüber dem Nettoinventarwert belebt. Schwindet dieser Aufschlag, verliert jede neue Aktienausgabe an Wirkung. Die Verwässerung, die in Aufwärtsphasen als Hebel funktionierte, bietet in schwachen Marktphasen deutlich weniger Unterstützung. Regulatoren und Investoren beobachten beide Strategien deshalb mit wachsendem Interesse.

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