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US-PPI schwächer als erwartet, Fed-Zinserhöhungserwartungen sinken während Bitcoin 65.000 $ zurückerobert

PPI-Daten bestätigen Desinfaltionstrend

Das Bureau of Labor Statistics meldete für Juni einen Rückgang des Erzeugerpreisindex (PPI) von 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat. Es ist der erste monatliche Rückgang seit August 2025 und der stärkste seit April 2025. Im Jahresvergleich lag der PPI bei 5,5 Prozent und damit deutlich unter der Konsenserwartung von 6,2 Prozent. Der Kern-PPI fiel auf 4,7 Prozent, Ökonomen hatten 5,2 Prozent prognostiziert. Noch im Mai hatte der jährliche PPI mit 6,5 Prozent den höchsten Stand seit Dezember 2022 erreicht. Zudem wurde der monatliche Anstieg für Mai nachträglich von 1,1 Prozent auf 0,6 Prozent nach unten revidiert.

Haupttreiber des Rückgangs war der Energiesektor. Benzinpreise sanken um 12 Prozent und machten damit fast zwei Drittel des Rückgangs bei den Endnachfragegütern von insgesamt 1,4 Prozent aus. Der Dienstleistungsbereich zeigte sich dagegen stabiler: Handelsspannen legten um 0,4 Prozent zu. Trotz des monatlichen Rückgangs liegt der Benzinpreis noch immer rund 43 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Zinshoffnungen steigen, Kryptomärkte reagieren

Die schwachen PPI-Daten kamen einen Tag nach einem ebenfalls unter den Erwartungen liegenden Verbraucherpreisindex (CPI). Beide Berichte zusammen haben die Markterwartungen klar gegen eine weitere Straffung der Geldpolitik verschoben. Laut CME FedWatch liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed die Zinsen auf ihrer Sitzung am 29. Juli unverändert bei 3,50 bis 3,75 Prozent belässt, nun bei 87,7 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung sank auf 12,3 Prozent. Noch eine Woche zuvor hatte der Markt eine Zinserhöhungswahrscheinlichkeit von 31 Prozent eingepreist.

Bitcoin reagierte unmittelbar auf die Veröffentlichung und notierte bei 65.256 US-Dollar, ein Plus von 2,5 Prozent innerhalb von 24 Stunden. Ethereum stieg um 3,6 Prozent auf 1.930 Dollar. Die Marktkapitalisierung des gesamten Kryptomarktes hat in den ersten 15 Tagen des Juli um knapp 250 Milliarden Dollar zugelegt. Ein ähnlicher Short-Squeeze hatte Bitcoin Anfang Juli nach schwachen Arbeitsmarktdaten bereits in den Bereich von 62.000 Dollar getrieben.

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Risiken bleiben bestehen

Fed-Chef Kevin Warsh hatte erst einen Tag vor der Veröffentlichung in einer Anhörung vor dem Kongress einen deutlichen Ton angeschlagen. Er betonte, die Notenbank habe „keine Toleranz für dauerhaft erhöhte Inflation. Bei seiner ersten Sitzung im Juni hatte die Fed die Zinsen noch stabil gehalten und auf Inflationsrisiken durch Ausgaben im Bereich künstliche Intelligenz hingewiesen.

Analysten warnen dennoch vor voreiligem Optimismus. Der Rückgang der Erzeugerpreise wurde maßgeblich durch den Energiesektor getrieben, der sich schnell wieder umkehren kann. Rohöl hat nach der Ankündigung von Präsident Donald Trump einer Blockade der Straße von Hormus die Marke von 85 Dollar überstiegen. Das Nadelöhr für rund ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung könnte die Energiepreise im Juli wieder anheizen und die Desinflationsgeschichte bereits im nächsten Monat unterbrechen. Für Bitcoin liegt der nächste technische Widerstandsbereich bei 66.000 Dollar, eine Zone, die den Kurs seit Mitte Juni mehrfach ausgebremst hat.

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