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Welcher Vermögenswert schützt am besten vor Krieg? Der US-Iran-Test 2026

Aktien schlagen Gold und Bitcoin

Der Krieg begann am 28. Februar 2026, als Israel und die USA den Iran angriffen und dabei Revolutionsführer Ali Khamenei töteten. Offiziell endete der Konflikt am 17. Juni 2026 mit dem Islamabad-Memorandum, bevor im Juli erneute Eskalationen die Feindseligkeiten wiederentfachten. Über diesen gesamten Zeitraum hinweg stiegen der S&P 500 und der Nasdaq auf neue Rekordstände. Der S&P 500 notiert rund 9 Prozent über seinem Vorkriegsniveau, der Nasdaq etwa 14 Prozent höher, obwohl der S&P 500 zunächst bis Ende März um knapp 8 Prozent eingebrochen war.

Warum die Safe-Haven-Strategie scheiterte

Gold war bereits vor Kriegsbeginn unter Druck. Das Metall hatte in den acht Monaten vor dem Konflikt rund 60 Prozent zugelegt und erreichte am 27. Februar einen Kurs von 5.281 US-Dollar, nahe seinem Allzeithoch. Das bedeutete, dass erhebliche geopolitische Risikoprämien bereits eingepreist waren. Als die ersten Angriffe erfolgten, verkauften viele Anleger die Nachricht, nachdem sie monatelang das Gerücht gekauft hatten. Gold verzeichnete anschließend vier aufeinanderfolgende Monatsverluste. Im zweiten Quartal sank der Preis um rund 16 Prozent, das schwächste Quartal seit dem zweiten Quartal 2013. Am 30. Juni fiel Gold auf 3.942 US-Dollar, den niedrigsten Stand seit Anfang November 2025. Bis zum 17. Juni hatte Gold bereits 17 Prozent verloren. Bis Mitte Juli weiteten sich die Verluste auf 22 Prozent aus. Silber schnitt noch schlechter ab und verlor über denselben Zeitraum 37 Prozent.

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Bitcoin: Risikoasset statt Krisenhafen

Bitcoin verhielt sich während des Konflikts wie ein klassisches Risikoasset. Am 10. Mai erreichte die Kryptowährung ein Intraday-Hoch von 82.791 US-Dollar, beendete den Krieg jedoch mit einem Minus von rund 2 Prozent. Als die Spannungen im Juli erneut zunahmen, fiel Bitcoin auf etwa 62.000 US-Dollar. Eine Erholung von knapp 4 Prozent am 14. Juli brachte den Kurs auf 64.956 US-Dollar, nur noch 1,4 Prozent unter dem Vorkriegsniveau. Ausgelöst wurde diese Gegenbewegung jedoch nicht durch Kriegsereignisse, sondern durch einen deutlichen Rückgang der US-Inflation: Die Verbraucherpreise fielen im Juni um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat, der stärkste monatliche Rückgang seit April 2020. Damit wurden Short-Positionen in Höhe von rund 292,79 Millionen US-Dollar liquidiert.

Öl als einziger echter Kriegs-Hedge

Rohöl folgte dem Kriegsverlauf am deutlichsten. Brent Crude startete am 27. Februar bei rund 72 US-Dollar und stieg bis Ende März um 63 Prozent auf 118 US-Dollar, als Angriffe die Versorgung durch die Straße von Hormus bedrohten, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert wird. Mit dem Waffenstillstand fiel Brent bis zum 1. Juli wieder auf rund 70 US-Dollar. Die Juli-Eskalation trieb den Preis erneut hoch: Nach iranischen Angriffen auf Tanker und der Wiederherstellung der US-Hormuz-Blockade kletterte Brent innerhalb einer Woche um knapp 18 Prozent und handelte am 15. Juli über 84 US-Dollar.

Fazit: Kontext entscheidet über Hedging-Eignung

Das Ergebnis des US-Iran-Konflikts zeigt, dass klassische Krisenabsicherungen versagen können, wenn die erwarteten Risiken bereits in den Kursen eingepreist sind. Öl erwies sich als kontextspezifischer Hedge, der ausschließlich vom direkten Angebotsrisiko durch die Straße von Hormus profitierte. US-Aktien profitierten von einer robusten Binnenwirtschaft, und Bitcoin reagierte primär auf Makrodaten. Für Anleger bleibt die Wahl des richtigen Krisenschutzes damit stark abhängig von der Art des Konflikts und den bereits eingepreisten Risikoprämien.

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