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5 Großbanken verdienten 49 Milliarden Dollar in einem Quartal mit dem, was Krypto ersetzen will

Rekordgewinne durch Handel und Gebühren

JPMorgan meldete einen Gewinn von 21,2 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von 41 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Der Aktienhandel legte um 86 Prozent auf 6,03 Milliarden Dollar zu, der gesamte Handelsumsatz erreichte mit 12,1 Milliarden Dollar einen Rekord. Investmentbanking-Gebühren stiegen um 30 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar. Zusätzlich erzielte JPMorgan einen einmaligen Gewinn von 4,6 Milliarden Dollar aus dem Verkauf einer langjährigen Beteiligung an Visa.

Goldman Sachs verbuchte einen Nettogewinn von 6,63 Milliarden Dollar bei einem Gesamtumsatz von 20,34 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie lag bei 20,98 Dollar und die Eigenkapitalrendite bei 23,5 Prozent, beides Rekordwerte für das Unternehmen. Die Gebühren aus der Aktienemission stiegen um 130 Prozent, aus der Schuldenemission um 75 Prozent, die gesamten Investmentbanking-Gebühren kletterten um 55 Prozent auf 3,40 Milliarden Dollar. Goldman-Chef David Solomon sprach von einer Rekordleistung, die die Stärke des globalen Geschäftsmodells widerspiegle. Die übrigen drei Großbanken schlossen sich dem Trend an: Bank of America steigerte den Gewinn um 27 Prozent auf 9,1 Milliarden Dollar, Wells Fargo erzielte 6,4 Milliarden Dollar und Citigroup 5,8 Milliarden Dollar, nach 4,0 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum.

Wer die Infrastruktur besitzt, kassiert die Gebühren

Das zentrale Muster hinter diesen Zahlen ist einfach: Wer die Finanzinfrastruktur besitzt, verdient an jeder Transaktion mit, unabhängig davon, in welche Richtung die Märkte sich bewegen. Handelsplattformen, Zeichnungsabteilungen, Zahlungsnetzwerke und Verwahrungsdienstleistungen erheben bei jeder Geldbewegung eine kleine Gebühr. Das klassische Kreditgeschäft, das auf der Zinsmarge zwischen Kredit- und Einlagenzinsen basiert, wuchs dagegen kaum. JPMorgans Visa-Beteiligung veranschaulicht dieses Prinzip: Visa entstand 1958 als Kreditkartenprogramm der Bank of America und wurde 2008 an die Börse gebracht. Banken, die diese Zahlungsinfrastruktur hielten, profitieren seitdem über Jahrzehnte hinweg.

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Was die Bankengewinne für Krypto bedeuten

Für Kryptoinvestoren liefern die Zahlen zunächst ein positives Makrosignal. Rekordgewinne im Handel deuten auf liquide Märkte und eine hohe Risikobereitschaft hin, Bedingungen, die historisch Bitcoin und andere risikoreiche Anlageklassen begünstigt haben. Seit dem Start der ersten US-amerikanischen Spot-Bitcoin-ETFs im Januar 2024 hat Krypto bei solchen Rallyes einen wachsenden Anteil gewonnen.

Gleichzeitig zeigt der Quartalsbericht, wie viel Kapital in der traditionellen Finanzinfrastruktur gebunden ist, die Krypto perspektivisch ablösen will. Stablecoins sollen rund um die Uhr funktionierende Zahlungsschienen werden, deren Emittenten Erträge aus Reserven erzielen, während die Token Werte günstig übertragen. Der GENIUS Act, im Juli 2025 unterzeichnet, schuf erstmals ein bundesweites Regelwerk für Zahlungs-Stablecoins. Aufsichtsbehörden erteilten seither bedingte Treuhandlizenzen an Emittenten wie Circle und Paxos.

Banken bauen selbst an der nächsten Generation

Mehr als 15 große Kreditinstitute arbeiten bereits an tokenisierten Finanzprodukten auf privaten Blockchain-Netzwerken. JPMorgans Blockchain-Einheit Kinexys hat seit ihrem Start mehr als 4 Billionen Dollar abgewickelt und verarbeitet täglich durchschnittlich über 7 Milliarden Dollar. Das bankeigene Einlagentoken JPMD wird inzwischen auf Base, einem öffentlichen Ethereum-Netzwerk, abgerechnet. BlackRock und HSBC beteiligen sich zudem an einer britischen Tokenisierungsinitiative, die laut einem Regierungsbericht bis 2035 jährlich 44 Milliarden Dollar zur Wirtschaftsleistung beitragen könnte. Die offene Frage bleibt, ob Banken, Stablecoin-Emittenten oder öffentliche Blockchains die Finanzschienen der nächsten Generation bauen werden.

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