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Wann öffnet die Straße von Hormuz dauerhaft? Analyst nennt Zeitplan

Kein Ende des Konflikts in Sicht

Matt Smith, Direktor für Rohstoffforschung bei Kpler, erläuterte die revidierte Einschätzung in einem Interview mit dem US-Sender CNBC. Nach fünf Monaten andauernden Konflikts sei kein klares Szenario für eine Lösung erkennbar. Zwar hatten die USA und der Iran im Juni ein Memorandum of Understanding unterzeichnet, das die Meerenge vorübergehend öffnete und den Tankerverkehr bis Anfang Juli belebte. Seitdem ist der Schiffsverkehr jedoch wieder auf ein Minimum gesunken, während US-amerikanische Streitkräfte nach Angaben Smiths weiterhin nächtliche Angriffe auf iranische Militär- und Seeziele durchführen.

Täglich passieren normalerweise rund 15 Millionen Barrel Rohöl die Straße von Hormus. Dieser Fluss ist laut Smith zum Erliegen gekommen. „Es gibt keinen erkennbaren Ausweg“, sagte er. „Wir verschieben unsere Erwartungen für die Wiedereröffnung der Straße von Hormus auf nächstes Jahr.“ Die Meerenge zwischen dem Iran und der arabischen Halbinsel gilt als einer der wichtigsten Energiekorridore der Welt und ist für die globale Ölversorgung von zentraler Bedeutung.

Zweiter Engpass unter Druck: Bab el-Mandeb in Gefahr

Während die Straße von Hormus blockiert bleibt, gerät nun ein weiterer kritischer Seeweg unter Druck. Saudi-Arabien hatte bislang täglich zusätzlich 3,25 Millionen Barrel über das Rote Meer durch die Meerenge Bab el-Mandeb geleitet, um die Ausfälle teilweise zu kompensieren. Doch auch diese Route ist inzwischen gefährdet. Die jemenitische Huthi-Miliz, die dem Iran nahesteht, hat eine maritime Blockade gegen Saudi-Arabien ausgerufen und vor zwei Tagen zwei saudische Öltanker angegriffen. Damit droht ein zweiter wichtiger Versorgungskorridor auszufallen.

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Ölpreise steigen, Raffinierprodukte besonders stark betroffen

Die Auswirkungen auf die Energiemärkte sind bereits spürbar. Laut Smith ist der Brent-Rohölpreis in den vergangenen Wochen um rund 40 Prozent gestiegen, was einem Anstieg von etwa 30 US-Dollar entspricht. Am Donnerstag schloss Brent bei 100,69 US-Dollar je Barrel und überstieg damit erstmals seit dem 26. Mai die Marke von 100 US-Dollar. Am darauffolgenden Freitag gaben die Preise infolge von Berichten über wiederaufgenommene Gespräche zwischen den USA und dem Iran um etwa 4 Prozent nach und schlossen bei rund 97 US-Dollar.

Stärker als Rohöl sind jedoch raffinierte Kraftstoffe betroffen. Smith beziffert den Dieselpreis auf rund 180 US-Dollar je Barrel, den Benzinpreis auf etwa 140 US-Dollar je Barrel. Sorgen um Kerosin, die er bereits im Mai geäußert hatte, seien inzwischen weitgehend ausgeräumt worden. Allerdings geschah dies auf Kosten von Diesel und Benzin, deren Versorgungslage sich nach Smiths Einschätzung weiter verschlechtern dürfte.

Einordnung: Warum die Straße von Hormus so wichtig ist

Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem offenen Meer. Sie ist der einzige Seeweg, über den Rohöl aus den Golfstaaten Kuwait, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, dem Irak und dem Iran in die Weltmärkte gelangen kann. Eine anhaltende Blockade dieser Route hat direkte Folgen für Energiepreise, Inflation und Lieferketten weltweit. Die Verschiebung der Wiedereröffnungsprognose auf 2027 signalisiert, dass die Märkte auf eine strukturell veränderte Versorgungslage einstellen müssen.

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