5 Altcoins profitieren laut Grayscale von tokenisierten Aktien

Drei Modelle treiben die Tokenisierung von Aktien voran
Grayscale-Forschungsleiter Zach Pandl beschreibt in dem Bericht drei unterschiedliche Ansätze, wie Aktien auf die Blockchain gelangen. Das erste und heute dominierende Modell ist das sogenannte Wrapper-Modell: Ein Token repräsentiert Anteile, die in einer Zweckgesellschaft gehalten werden. Mehr als 70 Prozent des tokenisierten Aktienwerts basieren derzeit auf dieser Struktur. Solche Token bieten Inhabern eine Preisexposition, jedoch keine direkte Eigentumsübertragung. Sie eignen sich besonders für Privatanleger, da sie in dezentralen Finanzprotokollen einsetzbar sind und rund um die Uhr gehandelt werden können. Den Hauptanteil der Vermögenswerte in diesem Segment tragen Ethereum, Solana und BNB Chain.
Das zweite Modell bringt bereits bestehende Wertpapiere über regulierte Schnittstellen auf die Blockchain. Grayscale verweist hier auf ein Pilotprojekt des DTCC auf dem Canton Network. Das Projekt läuft unter einer sogenannten No-Action-Letter-Vereinbarung der US-Börsenaufsicht SEC. Ein Live-Start ist für die erste Jahreshälfte 2026 geplant. Das Gewicht des Projekts ist beträchtlich: Der DTCC hat im Jahr 2024 Wertpapiertransaktionen im Wert von 3,7 Billiarden US-Dollar abgewickelt. Zuletzt trat auch Euroclear als Co-Vorsitzender der Canton-Governance bei.
Securitize führt das neueste Modell ein
Das dritte und jüngste Modell sieht vor, dass Unternehmen ihre Aktien von Anfang an nativ auf einer Blockchain ausgeben. Securitize wurde in diesem Monat das erste neu börsennotierte Unternehmen, das seine eigenen Aktien direkt bei seinem NYSE-Debüt auf die Blockchain brachte. Das Unternehmen lancierte SECZ-Anteile am ersten Handelstag auf Avalanche und Solana. Securitize erwartet, dass SECZ zur weltweit größten tokenisierten Aktie wird. Das Unternehmen fungiert zudem als Tokenisierungsplattform für BlackRocks BUIDL, den größten tokenisierten US-Staatsanleihenfonds.
Alle drei Modelle werden laut Grayscale koexistieren
Grayscale geht davon aus, dass alle drei Modelle noch jahrelang nebeneinander bestehen werden. Das issuer-native Modell gilt dabei als das vielversprechendste, jedoch ist die Marktliquidität für nativ ausgegebene tokenisierte Aktien noch gering und der regulatorische Rahmen bleibt unklar. Wrapper-Produkte stützen sich weiterhin auf Ethereum, Solana und BNB Chain, während Canton Network als Anker für den institutionellen Pilotbetrieb dient.
Marktlage und Ausblick für die genannten Netzwerke
Zum Zeitpunkt der Analyse notierte Ethereum nahe 1.785 US-Dollar, womit Ethereum das zweitgrößte Krypto-Asset bleibt. Der SOL-Kurs von Solana lag bei rund 78 US-Dollar. Beide Netzwerke verzeichnen einen wachsenden Anteil an tokenisierten Vermögenswerten. Ob regulierte Pilotprojekte wie jenes des DTCC langfristig mit der Nachfrage nach Wrapper-Produkten mithalten können, wird entscheidend für die weitere Entwicklung des Marktes sein. Grayscale sieht den Mehrwert derzeit konzentriert auf eine überschaubare Zahl von Netzwerken.



