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Claude Mythos 5 für 100 US-Institutionen freigegeben: Folgt Fable 5?

Handelsministerium gibt Mythos 5 für ausgewählte Partner frei

Lutnick begründete seine Entscheidung mit dem Vorhandensein ausreichender Schutzmaßnahmen. „Ich habe festgestellt, dass geeignete Sicherheitsvorkehrungen vorhanden sind, um bestimmten vertrauenswürdigen Partnern Zugang zum Claude Mythos 5 Modell zu gewähren“, zitiert Semafor den Minister. Laut CNBC waren leitende Anthropic-Mitarbeiter eigens nach Washington gereist, um mit Regierungsvertretern zu verhandeln. Die Freigabe gilt ausschließlich für die in Anhang A des Briefes genannten Einrichtungen.

Vor der Sperrung war Mythos 5 Teil von Project Glasswing, einem Programm zur Suche nach Sicherheitslücken, an dem etwa 150 Organisationen in mehr als 15 Ländern beteiligt sind. Das Modell hatte bei Regierungstests bereits innerhalb weniger Stunden Schwachstellen in klassifizierten Systemen aufgedeckt.

Fable 5 bleibt vorerst gesperrt

Die Konsumentenversion Fable 5 darf hingegen weiterhin nicht öffentlich angeboten werden. Der ursprüngliche Auslöser der Sperre war ein Sicherheitshinweis von Amazon, einem der größten Investoren von Anthropic. Amazons Forscher hatten gewarnt, dass Fable 5 für schädliche Zwecke manipuliert werden könne. Fable 5 war bis zur Sperrung für jeden Nutzer mit einem Abonnement zugänglich und galt kurzzeitig als das leistungsstärkste öffentlich verfügbare KI-Werkzeug.

Quellen aus dem Umfeld der Verhandlungen berichten, dass eine Freigabe von Fable 5 in Vorbereitung sei, ein konkreter Zeitplan aber noch unklar ist. Ob das Modell dieselbe Freigabe wie Mythos 5 erhält, könnte sich in den kommenden Tagen entscheiden.

Neues Kontrollsystem für Frontier-Modelle entsteht

Der Vorfall beschleunigt die Herausbildung eines neuen staatlichen Aufsichtsrahmens für leistungsstarke KI-Modelle. Ein Erlass vom 2. Juni schuf einen freiwilligen Kanal, über den Entwickler ihre Modelle bis zu 30 Tage vor der Veröffentlichung einer behördlichen Sicherheitsprüfung unterziehen können. Bisher hatte Washington vor allem den Export von KI-Chips nach China eingeschränkt. Die Ausweitung dieser Kontrolle auf den Zugang zu Modellen selbst markiert eine neue Dimension der Regulierung.

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OpenAI vollzog am selben Freitag einen vergleichbaren Schritt. Das Unternehmen beschränkte seinen leistungsstärksten GPT-5.6-Tarif namens Sol auf rund 20 staatlich geprüfte Partner. Die schwächeren Varianten Terra und Luna wurden hingegen für die Allgemeinheit freigegeben. Parallel dazu hatten Dutzende Cybersicherheitsexperten die Administration in einem offenen Brief zur Aufhebung der Kontrollen aufgefordert. Der Brief, organisiert vom früheren Facebook-Sicherheitschef Alex Stamos, wurde unter anderem von Nvidia, Adobe und Zoom unterzeichnet. Auch verbündete Staaten in Europa zeigten sich zunehmend besorgt über ihre plötzliche Abhängigkeit von Washington beim Zugang zu führenden KI-Modellen.

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