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OpenAI erneut in Rechtsstreit – kurz nach Sieg gegen Elon Musk

Schwere Vorwürfe gegen OpenAI und ehemalige Apple-Mitarbeiter

In der Klageschrift nennt Apple neben OpenAI auch dessen Hardware-Einheit io Products sowie zwei ehemalige Apple-Mitarbeiter als Beklagte. Apple formuliert die Anschuldigungen unmissverständlich: „Auf allen Ebenen, von Mitgliedern des technischen Personals bis hin zum Chief Hardware Officer, und in Abstimmung mit Geschäftspartnern, hat OpenAI Apples Geschäftsgeheimnisse und vertrauliche Informationen gestohlen“, heißt es in der Klageschrift. Im Mittelpunkt steht Tang Tan, ehemaliger Chief Hardware Officer bei Apple, der das Design von iPhone, Apple Watch und AirPods verantwortete, bevor er Anfang 2024 das Unternehmen verließ. Laut Apple soll er Bewerbern bei Vorstellungsgesprächen aufgetragen haben, Hardwarekomponenten wie Akkus und Hauptplatinen mitzubringen.

Dem ehemaligen Apple-Ingenieur Chang Liu wird vorgeworfen, nach seinem Ausscheiden ein Arbeitsgerät behalten und eine Sicherheitslücke ausgenutzt zu haben, um auf Apples Cloud-Speicher zuzugreifen und Dutzende Dateien herunterzuladen. Apple gibt an, dass mittlerweile mehr als 400 seiner ehemaligen Mitarbeiter bei OpenAI tätig sind.

OpenAI im Dauerstreit: Zweiter großer Rechtsfall in einem Monat

Die Apple-Klage trifft OpenAI kurz nach dem Ende eines ähnlichen Verfahrens. Am 15. Juni wies ein Richter die Klage von Elon Musks Unternehmen xAI wegen angeblichen Geheimnisdiebstahls endgültig ab. Wenige Wochen zuvor hatte eine Jury in Kalifornien Musks Klage wegen vermeintlichen Vertragsbruchs in unter zwei Stunden zurückgewiesen, da sie als verjährt galt. Mit Apple tritt nun jedoch ein wesentlich größerer und finanzkräftigerer Kläger auf den Plan, der über jahrzehntelange Hardware-Expertise und entsprechende Ressourcen für einen langen Rechtsstreit verfügt.

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Hintergrund: OpenAIs Hardware-Ambitionen und der io-Deal

OpenAIs Vorstoß in den Hardwaremarkt geht auf die Übernahme des Startups io von Designer Jony Ive zurück, ein Geschäft im Wert von rund 6,5 Milliarden US-Dollar. Dieser Schritt steht im direkten Wettbewerb zu Apples Kerngeschäft und bildet den Hintergrund der nun erhobenen Vorwürfe. Pikant dabei ist, dass Apple und OpenAI gleichzeitig Geschäftspartner bleiben. ChatGPT ist in Apples Geräten integriert, und ein GPT-5-Upgrade soll noch in diesem Jahr folgen.

Mögliche Folgen für OpenAIs IPO-Pläne

Apple fordert neben Schadensersatz eine einstweilige Verfügung, die OpenAI die weitere Nutzung der betreffenden Geschäftsgeheimnisse untersagen soll. Die genaue Schadenshöhe soll im Prozess festgestellt werden. Der Rechtsstreit fällt in eine kritische Phase für OpenAI, das sich mitten in seinen Vorbereitungen für einen Börsengang befindet. Eine öffentliche Stellungnahme von OpenAI zu den Vorwürfen lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor.

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