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Ripple MiCA-Zulassung stärkt RLUSD, XRP verharrt bei 1,10 Dollar

Was die MiCA-Genehmigung tatsächlich bedeutet

Die CSSF hat Ripple einen sogenannten „Green Light Letter“ ausgestellt, eine vorläufige Genehmigung, die noch an endgültige Bedingungen geknüpft ist. Erst nach vollständiger Erfüllung dieser Auflagen gilt die MiCA-Konformität als erteilt. Kombiniert mit der bestehenden EU-Lizenz als E-Geld-Institut (EMI), die ebenfalls in Luxemburg ausgestellt wurde, wäre Ripple dann vollständig MiCA-konform. Die CASP-Lizenz ermöglicht regulierte Krypto-Dienstleistungen in allen 30 Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums. Ein direkter Nachfragemechanismus für XRP entsteht daraus nicht.

Ripple selbst positioniert die Genehmigung ausdrücklich als Meilenstein für Ripple Payments und die RLUSD-Infrastruktur. XRP taucht in der offiziellen Ankündigung nur als etwas auf, das diese Lösungen „unterstützt“, eine Randnotiz im eigenen Firmenkommuniqué. Europäische Banken, Fintechs und Unternehmen sollen künftig Zahlungsabwicklung, Währungstausch und Auszahlungen über eine einzige Ripple-Integration im gesamten EWR abwickeln können.

Offene Fragen rund um RLUSD und MiCA

Die Ankündigung lässt eine wesentliche Frage unbeantwortet: Eine CASP-Lizenz erlaubt Krypto-Dienstleistungen, ist aber strukturell von der gesonderten Zulassung zu unterscheiden, die ein Stablecoin benötigt, um als MiCA-konformes E-Geld-Token zu gelten. Für auf den US-Dollar gekoppelte Stablecoins sieht MiCA zudem Nutzungsbeschränkungen als Zahlungsmittel innerhalb der EU vor. Wie RLUSD konkret in dieses Regulierungsregime eingeordnet wird, bleibt unklar. Zum Vergleich: Tether wurde mit USDT faktisch aus dem europäischen Markt gedrängt, während Circle seinen USDC durch die EMI-Zulassung in Compliance gebracht hat.

Ripple kommt spät, der Markt hat nicht gewartet

MiCA gilt für Krypto-Dienstleister vollständig seit Dezember 2024. Circle erhielt seine Genehmigung bereits im April 2025, B2C2 folgte mit einer CASP-Lizenz der luxemburgischen CSSF im Mai 2025. OKX, Coinbase und Kraken wurden im Laufe des Jahres 2025 zugelassen. Ripple kommt damit merklich später als die wichtigsten Wettbewerber. Das Unternehmen verweist auf sein kombiniertes EMI-plus-CASP-Modell als „eine regulierte Schiene für den gesamten Zahlungsfluss“ sowie auf mehr als 100 Milliarden US-Dollar Volumen über Ripple Payments in mehr als 60 Märkten und über 75 Lizenzen weltweit. Das ist ein glaubwürdiges Argument gegenüber institutionellen Kunden, leitet aber keinen Umsatz oder Nachfrage über XRP.

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XRP-Community unter Druck

Das Muster ist nicht neu. Die XRP-Community hatte bereits auf der Swell-2026-Konferenz öffentlich Kritik daran geübt, dass Ripple RLUSD priorisiert, während das Token hinter den Erwartungen zurückbleibt. Auch außerhalb Europas wächst die Stablecoin-Agenda: Eine Frist der kalifornischen Aufsichtsbehörde DFAL für RLUSD steht ebenfalls aus. Jede größere Ripple-Ankündigung in diesem Zyklus bestätigt dieselbe Einschätzung: Das Unternehmen baut eine konforme Zahlungsinfrastruktur, in der RLUSD das Produkt ist und XRP die Hintergrundtechnologie bleibt.

Felix Vaider

Felix Vaider analysiert den Kryptomarkt und erklärt, wie Kursbewegungen, Handelsstrategien und makroökonomische Faktoren den Markt beeinflussen. Er hat Erfahrung im Finanzwesen und algorithmischen Handel. Seine Artikel liefern datenbasierte Einblicke für Anleger, die Bitcoin, Altcoins und Marktdynamiken verstehen wollen.

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