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Südkoreas Krypto-Volumen auf Zweijahrestief nach KOSDAQ-Crash

Fünf Wochen in Folge rückläufig

Das Volumen der fünf führenden südkoreanischen Kryptobörsen, darunter Upbit, Bithumb, Coinone, Korbit und Gopax, ist nun fünf Wochen in Folge gesunken. Im Vergleich zur Vorwoche, in der noch 13,4 Billionen Won umgesetzt wurden, entspricht das einem Rückgang von 25,75 Prozent. Gegenüber dem Niveau von Anfang Juni beträgt der Rückgang laut WuBlockchain sogar rund 43,5 Prozent. Der anhaltende Abwärtstrend spiegelt einen breiten Rückzug von Privatanlegern aus dem spekulativen Handel wider.

Strukturelle Probleme verstärken den Druck. Bereits im ersten Quartal 2026 war das Handelsvolumen der Börsen merklich zurückgegangen. Bei Bithumb allein fiel es um mehr als 30 Prozent. Zusätzlich beschädigte ein operativer Fehler bei Bithumb Anfang des Jahres das Vertrauen vorsichtiger Kleinanleger. Neue regulatorische Beschränkungen bei Beteiligungen an Börsen trugen ebenfalls zu einer defensiven Stimmung bei, die viele Nutzer dazu veranlasste, sich von den großen Plattformen zurückzuziehen.

KOSDAQ-Crash verstärkt den Abwärtsdruck

Der gleichzeitige Einbruch an den Aktienmärkten ist kein Zufall. Südkoreanische Anleger bewegen sich häufig zwischen Technologieaktien und Kryptowährungen, weshalb ein nachlassendes Risikoappetit in einem Markt rasch auf den anderen übergreift. Der KOSDAQ-Index für Technologiewerte kleiner und mittlerer Unternehmen verlor in den vergangenen neun Wochen 31 Prozent und machte damit fast ein volles Jahr an Kursgewinnen zunichte. Dieser Rückgang ist vergleichbar mit dem Crash des Jahres 2020, als der Index innerhalb von fünf Wochen um 32 Prozent fiel. Auch der breitere KOSPI-Index verlor binnen drei Wochen 20 Prozent und befindet sich damit technisch in einem Bärenmarkt.

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Schwächelnder KI-Optimismus als Auslöser

Im Zentrum der Turbulenzen steht das Thema Künstliche Intelligenz. Die Euphorie rund um KI-Investitionen lässt nach, nachdem Zweifel an den Ausgaben für Chips und Halbleiter aufgekommen sind. Samsung und SK Hynix sowie gehebelte ETFs machen gemeinsam mehr als 70 Prozent des gehandelten Marktwerts aus und verstärken so die Volatilität erheblich. Südkoreas Finanzminister kündigte als Reaktion auf die Konzentration von Risiken eine engere Aufsicht über gehebelte Einzel-Aktien-ETFs an. Diese Intervention erhöht den Druck weiter und lenkt Kapital in defensivere Anlagen.

Verlagerung statt vollständiger Rückzug

Analysten bewerten die Entwicklung eher als Umschichtung denn als vollständigen Marktaustritt. Ein Teil des Handels könnte auf kleinere Plattformen oder dezentrale Börsen abwandern. Dennoch hat die geringere Liquidität auf den großen Börsen konkrete Folgen: Sie führt zu größeren Spreads, höherer Volatilität und sinkenden Gebühreneinnahmen für die Plattformen. Ob der Markt kurzfristig wieder an Schwung gewinnt, hängt wesentlich von der Entwicklung an den Aktienmärkten und dem regulatorischen Umfeld ab.

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