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Juni-VPI-Überraschung beflügelt Bitcoin, doch Fed-Zinserhöhung im September droht

Energiepreise treiben den Rückgang, Kerninflation bleibt hartnäckig

Der Großteil des monatlichen Rückgangs geht auf den Energiesektor zurück. Der Energieindex fiel im Juni um 5,7 Prozent, wobei Benzin und Heizöl jeweils um mehr als 9 Prozent einbrachen. Bereinigt man die Daten um Energie und Lebensmittel, ergibt sich ein deutlich weniger eindeutiges Bild. Die Kerninflation blieb auf Monatsbasis unverändert und lag auf Jahresbasis bei 2,6 Prozent, während Analysten mit 2,9 Prozent gerechnet hatten. Dienstleistungen ohne Energie waren ebenfalls unverändert, die Wohnkosten stiegen um 0,1 Prozent, und Transportdienstleistungen gingen um 0,3 Prozent zurück.

Genau diese Unterscheidung ist für die Geldpolitik der Fed entscheidend. Die Notenbank orientiert sich bei ihren langfristigen Entscheidungen vor allem an der Kern- und Dienstleistungsinflation. Ein durch günstigere Benzinpreise getriebener Rückgang der Gesamtinflation verändert diese Einschätzung kaum.

Fed-Sitzung im Juli und mögliche Zinserhöhung im September

Die Zinsmärkte spiegeln diese Differenzierung bereits wider. Für das FOMC-Treffen am 28. und 29. Juli wird allgemein mit einer unveränderten Zinspolitik gerechnet. Im September hingegen preist der Markt derzeit eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte ein, was den Leitzins auf 3,5 bis 3,75 Prozent anheben würde. Der übergeordnete Kurs der Fed bleibt damit „higher for longer“, solange Kern- und Dienstleistungsinflation keinen überzeugenden Abwärtstrend zeigen. Ein einzelner, energiegetriebener CPI-Ausreißer reicht dafür nicht aus.

Bitcoin reagiert positiv, Risiken bleiben bestehen

Bitcoin reagierte unmittelbar nach Veröffentlichung der Daten mit einem Kursanstieg. Der Markt war gut positioniert in die Veröffentlichung hineingegangen, unterstützt durch starke ETF-Zuflüsse und konstruktive On-Chain-Daten. Aus der Derivateperspektive bleibt jedoch Vorsicht geboten. Positionierungen können sich schnell auflösen, wenn sich die makroökonomischen Erwartungen neu ausrichten, selbst wenn ein Datenpunkt auf den ersten Blick positiv für Krypto wirkt.

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Technisch gesehen beobachten Trader einen wichtigen Widerstand bei rund 64.000 US-Dollar. Auf der Unterseite gilt 62.000 US-Dollar als zentrale Unterstützungsmarke, darunter rückt die Zone um 60.000 US-Dollar in den Fokus. Auch Ethereum steht unter Beobachtung: Der Widerstandsbereich um 1.800 US-Dollar ist nach dem Rückgang im Juni eine viel beachtete Marke.

Experten mahnen zu vorsichtigem Optimismus

Thomas Perfumo, Chefökonom bei Kraken, fasste die Lage treffend zusammen. Er bezeichnete die aktuellen Daten als „Anlass für vorsichtigen Optimismus statt Alarm“ und betonte, dass „ein breiterer Inflationsimpuls schrumpft“. Das Bullen-Szenario setzt voraus, dass die Inflation in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 weiter abnimmt und den Notenbanken „politischen Spielraum“ erhält. Dafür sind jedoch mehrere weitere Monate bestätigender Daten notwendig. Ein einzelner CPI-Wert löst die offene Frage nach dem September-Beschluss der Fed nicht.

Felix Vaider

Felix Vaider analysiert den Kryptomarkt und erklärt, wie Kursbewegungen, Handelsstrategien und makroökonomische Faktoren den Markt beeinflussen. Er hat Erfahrung im Finanzwesen und algorithmischen Handel. Seine Artikel liefern datenbasierte Einblicke für Anleger, die Bitcoin, Altcoins und Marktdynamiken verstehen wollen.

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