Coinbase-CEO halbierte KI-Kosten und nennt Bitcoin-Einbruch eine leichte Brise

Drei Hebel zur KI-Kostensenkung
Armstrong erläuterte drei konkrete Maßnahmen, mit denen Coinbase die Effizienz seiner KI-Infrastruktur steigern konnte. Erstens setzt das Unternehmen auf intelligentes Model-Routing: Anfragen werden automatisch an das günstigste Modell weitergeleitet, das die jeweilige Aufgabe zuverlässig erfüllen kann. Teure Spitzenmodelle kommen nur dann zum Einsatz, wenn es tatsächlich notwendig ist.
Zweitens nutzt Coinbase aggressives Caching, um redundante Ausgaben bei wiederkehrenden Anfragen zu vermeiden. Drittens stellt das Unternehmen bei Routineaufgaben zunehmend auf günstigere Open-Weight-Modelle um, wo der Mehrwert proprietärer Frontier-Modelle nicht ins Gewicht fällt. Armstrong fasste die Strategie so zusammen: „How to keep AI spend flat while token usage grows exponentially: Not with friction and spend alerts. With better defaults, routing, and caching.“
Absolute Kostenzahlen nannte Armstrong nicht. Das Ziel sei dabei nicht, die Nutzung zu deckeln, sondern eine Infrastruktur aufzubauen, die nachhaltiges Wachstum ermöglicht. Effizienzgewinne schaffen demnach Spielraum, damit die Nutzung weiter steigen kann, ohne dass es später zu Budgetproblemen kommt. Damit entkoppelt Coinbase den Verbrauch effektiv von den Kosten.
Bitcoin-Rückgang: Armstrong spricht von einer leichten Brise
Neben dem KI-Thema kommentierte Armstrong die aktuelle Marktlage bei Bitcoin. Er bezeichnete den laufenden Kursrückgang als deutlich moderater im Vergleich zu früheren Bärenmärkten. Auf der Plattform X schrieb er: „Barely even a winter TBH. More like a cool breeze.“
Historische Daten stützen diese Einschätzung. Laut einem Chart von River hat der aktuelle Zyklus seit dem Oktober-2025-Hoch von 126.073 US-Dollar rund 53 Prozent an Wert verloren. Damit ist es der flachste Bärenmarkt in der Geschichte von Bitcoin. Frühere Zyklen verzeichneten Rückgänge zwischen 77 und 93 Prozent, wobei zwei davon länger als zwölf Monate andauerten.
Vorsicht bei der Prognose bleibt geboten
Armstrong hatte Mitte Juni ein Kursziel von 60.000 US-Dollar als möglichen Tiefpunkt genannt. On-Chain-Daten haben jedoch bislang keine Kapitulationssignale bestätigt, die historisch den Beginn einer Erholung markieren. Dieses Auseinanderfallen von Preisniveau und Signallage sei ein wiederkehrendes Merkmal des aktuellen Zyklus.
Der Coinbase-CEO steht grundsätzlich hinter dem Vier-Jahres-Zyklus von Bitcoin und rechnet bis 2030 mit deutlich höheren Kursen. Allerdings löst das von Analysten breit beachtete 500-Tage-Halving-Signal erst im November 2026 aus. Der Erholungszeitraum könnte damit weiter in der Zukunft liegen, als Armstrongs Kommentare vermuten lassen.



