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XRP News: Warum Ripples 9-Jahres-Uhr die Community spaltet

Das Escrow-System und sein strukturelles Problem

Ripple richtete das Escrow-System im Jahr 2017 ein. Damals wurden 55 Milliarden XRP in 55 separate On-Ledger-Verträge eingesperrt, wobei monatlich am ersten des Monats jeweils eine Milliarde XRP freigegeben wird. Das System sollte ein transparentes, vorhersehbares Angebot sicherstellen und einen unkontrollierten Verkauf aus einer zentralen Schatzkammer verhindern. Der entscheidende Mechanismus: Ripple nimmt sich monatlich nur das, was es für Betrieb und institutionelle Verteilung benötigt, und sperrt den Rest in neue Verträge zurück. Dadurch verlängert sich der Zeitplan faktisch immer wieder.

Morgan formulierte seine Position klar auf der Plattform X: Je schneller die gesamte XRP-Menge aus dem Escrow freigegeben und die Umlaufmenge zu 100 Prozent erreicht sei, desto schneller werde XRP zum besten Hard Money. Sein Argument beruht auf drei Ebenen. Erstens würde weniger Rücksperrung den Neun-Jahres-Horizont verkürzen. Zweitens entfiele der psychologische Druck durch ein drohendes Zusatzangebot, das Bewertungen derzeit belastet. Drittens sei ein festes, vollständig umlaufendes Angebot für institutionelle Anleger glaubwürdiger, da diese Vermögenswerte anhand bekannter Fundamentaldaten bewerten.

Ripples CTO Emeritus zieht eine klare Grenze

David Schwartz, CTO Emeritus von Ripple, erteilt einer Beschleunigung keine Unterstützung. Den radikalsten Vorschlag aus der Community, nämlich das Verbrennen der noch gesperrten Token, lehnt er ausdrücklich ab. Als abschreckendes Beispiel verweist er auf den Token-Burn von Stellar. Dieser habe lediglich eine kurzfristige Marktreaktion ausgelöst, aber keine dauerhaft höhere Bewertung bewirkt. In einer früheren Aussage schrieb Schwartz dazu: „Ich glaube nicht, dass es irgendeinen Grund gibt anzunehmen, dass das einen positiven Einfluss auf den Preis hätte. Der Burn bei Stellar hatte keine wirkliche Wirkung.“

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Zur konkreten Zeitplanung räumte Schwartz Unsicherheiten ein: „Es ist schwer vorherzusagen, weil man Annahmen darüber treffen muss, wie viel XRP Ripple verwendet und wie viel in die nachfolgenden Escrow-Monate zurückgeführt wird.“ Ripples Haltung bleibt damit konsistent mit der Strategie seit 2017: kontrollierte, vorhersehbare Distribution als Vertrauensmerkmal für institutionelle Partner. Zuletzt erhielt Ripple MiCA-Regulierungsgenehmigungen in Europa, was diesen Kurs weiter bekräftigt.

Zwei Lager, zwei Theorien über XRP

Die Debatte innerhalb der XRP-Community offenbart einen grundlegenden Dissens darüber, was XRP sein soll. Das Lager rund um Morgan sieht das Hard-Money-Narrativ als entscheidenden langfristigen Wert: ein festes, vollständig umlaufendes Angebot, das allein auf Nachfragegrundlagen bewertet werden kann. Das andere Lager betrachtet Ripples kontrollierte Distribution als Vorteil für die institutionelle Glaubwürdigkeit und nicht als Nachteil.

Ein dritter Einwand verläuft quer zu beiden Positionen. Sollte Ripple monatlich mehr XRP netto freigeben, ohne dass die Nachfrage entsprechend steigt, käme dieses Angebot als zusätzlicher Verkaufsdruck an den Markt. Dabei ist zu beachten, dass Morgan die Freigaben selbst nicht grundsätzlich kritisiert. Er wies etwa darauf hin, dass XRP zwischen November 2024 und Januar 2025 von rund 0,50 Dollar auf über 3,00 Dollar stieg, während monatliche Freigaben unverändert weiterliefen. Seine Forderung richtet sich nicht gegen den Mechanismus, sondern für dessen beschleunigte Vollendung.

Felix Vaider

Felix Vaider analysiert den Kryptomarkt und erklärt, wie Kursbewegungen, Handelsstrategien und makroökonomische Faktoren den Markt beeinflussen. Er hat Erfahrung im Finanzwesen und algorithmischen Handel. Seine Artikel liefern datenbasierte Einblicke für Anleger, die Bitcoin, Altcoins und Marktdynamiken verstehen wollen.

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